USA 2018

USA 2018 Roadtrip – Owens Valley in California

Auf unserem USA – Roadtrip durch California hatten wir die sengende Hitze im Tal des Todes hinter uns gelassen und waren Stunde um Stunde bergauf gefahren. Vor uns lagen schon die schneebedeckten Gipfel am östlichen Rand der Sierra Nevada, alles überragend der Mt. Whitney. Aber noch war unser Tagesetappenziel nicht erreicht, wir wollten noch nach Bishop. Dazu mußten wir aber erst wieder hinab ins Tal und nach Lone Pine, um von da die Highway 395 nach Norden zu nehmen.

Father Crowleys Aussichtspunkt

Aber erst einmal standen wir hier oben an Father Crowleys Aussichtspunkt. Über den Pater weiß wikipedia nichts zu berichten, also machen wir das mal. Nach der Rezession gab es in den USA wie überall unzählige Arbeitslose. Um dem Abhilfe zu schaffen und um vor allen Dingen junge, unverheiratete Männer zwischen 17 und 25 von der Straße zu bekommen, wurde 1933 von Roosevelt das CCC (Civilian Concervation Corps) gegründet. In der Nähe von Lone Pine gab es auch ein solches Camp mit etwa 200 „Freiwilligen“. Dieses Lager war dem National Park Service unterstellt und Aufgabe war der Straßenbau, das Anlegen von Trails, Campingplätzen etc. . Die US-Armee überwachte die Einhaltung der Disziplin. So ist z.B. der Trail zum Gipfel des Mount Whitney entstanden. Father Crowley war für einige Zeit der Geistliche des Camps. Ein kleines Denkmal hier oben erinnert an ihn.

California State Route 136

Wir näherten uns meiner „alten Heimat“ Bishop. Vor vielen Jahren habe ich hier einen Sommer lang als Automechaniker gearbeitet. War schon ein komisches Gefühl, nun nach einem Vierteljahrhundert die gleiche Straße zu fahren wie damals mit meinem klapprigen, alten VW-Bus. Würde ich alles so vorfinden wie ich es hinter mir gelassen hatte?

Alte Arbeitsstätte

Dort wo jetzt „Country Glass“ ist, war damals Steve’s Bug Repair. Eine kleine Autowerkstatt mit Schwerpunkt VW Käfer, aber auch alles andere. Der Laden lebte vorwiegend von liegen gebliebenen Touristen, im Sommer Jäger und Angler, im Winter Skifahrer auf dem Weg nach Mammoth Mountain. Manchmal blieben die Touristen auch weg oder die Autos hielten und so brach ich dann auch hier meine Zelte ab und zog weiter nordwärts. So wie wir heute. Aber vorher wollten wir noch die Gelegenheit nutzen, um Wäsche zu waschen und Vorräte zu kaufen.

Bitterbrush Campground

Die Nacht verbrachten wir auf einem kostenpflichtigen Platz. Eine Rangerin schaute noch vorbei und verkaufte uns Feuerholz und wir sahen einer entspannten Nacht entgegen. Denkste. Irgendwann zu nachtschlafener Zeit kamen noch welche angefahren, drehten ihre Runden mit Aufblendlicht, bis sie einen Platz gefunden hatten, dort stellten sie noch Scheinwerfer auf und lärmten, was das Zeug hielt. Es waren vier, fünf Leute, einige trugen Camouflage-Klamotten oder russische Uniformen oder so etwas, jedenfalls keine Typen, wo man hingeht und um Ruhe bittet. Sie machten Feuer, rissen die Büsche aus, die gerade greifbar waren und das ging so eine ganze Weile lang. Als wir am Morgen vorbei fuhren, grüßten sie freundlich. Wahrscheinlich ist für sie so ein Verhalten das Normalste auf der Welt.

Am Bishop Creek

Wie geplant fuhren wir wieder in die Stadt, um einen Waschsalon zu suchen. Und einen Juwelier. Einen ganz bestimmten, den wir im Internet ausfindig gemacht hatten. Einen Juwelier der First Nations. Leider war die Enttäuschung erst einmal groß, als wir vor dem verschlossenen Laden standen und ein Blick durch die Fenster ließ alles andere als ein Juweliergeschäft vermuten. Wir befanden uns auf Reservatsgebiet und kamen eher zufällig am Kulturzentrum vorbei. Dort war ein ziemlicher Auflauf, was uns neugierig machte. Und ehe wir uns versahen, waren wir mittendrin im 2018er Taatsawano.

Tänzerinnen der First Nations
Und so hat es die Boon Dokkerin erlebt

Mitten drin hieß auch mitten drin. Wir wurden aufgefordert, mit zu tanzen, was wir auch taten. Zum Glück gibt es davon kein Bildmaterial. Wo wir von Glück reden – unser gesuchter Juwelier hatte hier einen Verkaufsstand und das erleichterte unsere Reisekasse doch um einiges. Nach einem ereignisreichen Tag beschlossen wir, Bishop hinter uns zu lassen, den USA – Roadtrip durch California fortzusetzen und in Richtung Yosemite aufzubrechen.

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