USA 2018

USA 2018 – King City nach Ojai

King City – San Lorenzo County Park

Wenn man in knapp vier Wochen durch vier US-Bundesstaaten reisen und dabei ca. 7.500 km zurücklegen will, muss man ab und zu Strecke machen. Heute ist so ein Tag. Wir wollen weiter Richtung Süden auf der Highway 101, dann kurz vor Los Angeles nach Osten über die San Bernadino Mountains in Richtung unseres ersten National Parks – Joshua Tree – fahren. Die Strecke bis zum Joshua Tree NP wäre an einem Tag zu schaffen, aber wir haben Urlaub und wollen nach Möglichkeit nicht mehr als drei- vierhundert Kilometer am Stück fahren. Gestern abend sind wir ziemlich müde hier angekommen. Heute können wir uns die ganze Sache einmal bei Licht betrachten.

Es ist immer noch alles neu und ungewohnt. Es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis sich eine Routine eingestellt hat. Der Frust von gestern, als wir keinen Platz finden konnten, hat seine Gründe gehabt. Noch in Deutschland hatten wir uns einen mobilen WiFi-Hotspot von ZTE samt SIM-Karte für die USA angeschafft. Alle Versuche, das Ding in Betrieb zu nehmen, scheiterten mit dem Hinweis:

Unfortunately, the device you’re trying to unlock is associated with fraud so we can’t unlock it.
Thanks for choosing us,
AT&T

Toll, wenn man mitten in einem fremden Land nach einem Standplatz sucht und alle apps nicht funktionieren. Dann erscheint plötzlich alles fremd und feindlich. Inmitten all dieser Pistazien- und Avocadofarmen schien die gewohnte Zivilisation weit weg und wir waren verunsichert, müde und genervt. Aber wenigstens hatte das Navi noch Alternativen parat.

Trotzdem waren wir noch nicht richtig angekommen. Beim Tanken gab es jedes mal die Unsicherheit, ob das mit der Kreditkarte funktioniert oder nicht, denn man muss ja zur Bestätigung seinen ZIP-Code (Postleitzahl) eingeben. Aber was macht man, wenn die deutsche Postleitzahl in den USA nicht funktioniert? Wir hatten alle möglichen Geschichten im Internet recherchiert und auch, das man im Zweifelsfalle im Voraus bezahlen kann. Aber wie sich heraus stellte, waren diese Zweifel völlig unbegründet. Ich habe wahlweise unsere deutsche Postleitzahl oder den ZIP-Code des Hotels eingegeben oder eben ein-, zweimal vorher gelöhnt. Es war halt immer beim Kreditkarten einschieben mit leicht erhöhtem Puls zu rechnen. Warum eigentlich?

Kommt mit auf die Highway…

Eine andere Sache, die anfänglich jedes Mal Kopfschmerzen bereitete, war die Entsorgung des Abwassers. In den USA Greywater und Blackwater genannt. Den Unterschied kann man sich denken. Wir als absolute Wohnmobil-Greenhorns mussten auch erst lernen, wie das am Besten funktioniert. Die sogenannten Dump-Stations sind teilweise kostenlos, teilweise kosten sie um die fünf Dollar. Manche Tankstellen haben eine, ein Truck Stop ist fast immer eine sichere Wahl und auch für die Suche nach einer Dump-Station gibt es apps. Gut, wenn das Handy funktioniert. Aber auch hier entwickelte sich eine Routine und am Schluss funktionierte es auch ohne Geplantsche 🙂

Im Allgemeinen sind wir im Verkehr gut zurecht gekommen. Die Amerikaner fahren größtenteils wesentlich entspannter als unsere Landsleute in Deutschland und auch vielfach zuvorkommender. Bis auf eine einzige brenzlige Situation – und ich weiss nicht genau, wer Vorfahrt hatte – sind wir 8000 km ohne besondere Vorkommnisse gefahren. Der C-19 von Cruise America war absolut zuverlässig, sprang jedes Mal ohne Murren an und es gab auch hier nichts zu meckern. Wir hatten uns für dieses kurze Modell entschieden, vermutlich aus Angst und Unsicherheit. Das nächste Mal – so es denn eins gibt – würden wir den Ford C25 nehmen, einfach aus dem Grund, nicht jedes Mal Gepäck umher räumen zu müssen und außerdem sind die Wassertanks größer.

Update: Die geplante zweite Tour USA 2020 fällt wegen Corona flach. Ich habe hier und hier etwas dazu geschrieben.

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